Mai 27, 2022

War ja klar…

Jetzt wird der Spieß umgedreht und wir lernen, dass diejenigen, die den Umwelt-Sau-Song kritisieren in Wahrheit „Rechtspopulisten“ (Umschreibung für „alter Nazi“) sind.

Und das bedeutet, dass ich also wohl auch ein „Rechts-Populist und Nazi“ bin. Gut, dass mir das mal klargemacht wurde… mir war das noch gar nicht aufgefallen. Aber muss ja so sein, schließlich hat mir der Song, für den Kinder instrumentalisiert wurden, auch nicht gefallen… nicht wegen der Melodei, nicht wegen der Stimmen (die singen prima, die Kinder), sondern wegen der Aussage.

Aber klar, ich bin ja auch viel zu blöd Satire zu erkennen.

Der „feine“ Herr D. Hugendick macht bei Zeit online gleich mal klar:

Der deutsche Rentner gilt ja vielen andauernd als verfolgte Unschuld, als (wenn man den Boulevardmedien glaubt) unentwegtes Ziel systematischer Benachteiligung, und die Oma noch mehr als der Opa.

Die deutsche Oma ist offenbar ein Nationalheiligtum.
Dass der Kinderchor im WDR die Chiffre „Oma“ nun allerdings benutzt, um damit eine Generation zu kennzeichnen, die klimatisch gesehen über die Verhältnisse lebt, muss unter diesen Bedingungen schon als Provokation durchgehen.

bedarf es einer gewissen taktischen Verblödungsbereitschaft, um dieses Lied als Angriff auf die Familie zu sehen.

Gut, jetzt weiß ich auch noch, dass ich „verblödungsbereit“ bin. Danke für die Aufklärung.

Der Tagesspiegel hilft mir weiter auf die Sprünge und zitiert auch gleich mal Meinungsäußerungen „wichtiger Persönlichkeiten und Institutionen“ zum Thema, die aufzeigen, was ich doch für ein Idiot bin:

Gleich zu Anfang wird klar gemacht, wer sich eigentlich wirklich über die Darbietung aufregt. Es wird kurz von der gestrigen Demo vor dem WDR berichtet und da mit FETTSCHRIFT hervorgehoben

Einige Demonstranten hätten augenscheinlich zur rechten Szene gehört

Damit ist klar, das waren Rechtsradikale… nur die regen sich auf… und alle Teilnehmer, die nicht offiziell, nicht augenscheinlich und nicht einmal nach eigener Einschätzung zur „rechten Szene“ gehören… also gehörten… werden dadurch faktisch auch zu „Rechten“… das ist die unterschwellige Botschaft. Der Gegendemonstration der linken Szene (sprich: Antifa) wird nicht die Ehre von Fettdruck zuteil… neee… das sind ja auch „die Guten“.

Jürgen Resch, der Chef der „Umwelthilfe“ – von dem Verein, der sich mit Abmahnungen gesund stößt und dem Chef nicht nur ein prima Gehalt zahlt, sondern auch mitfinanziert, dass dieser „ach so wichtige“ Mann im Jahr ständig in der Weltgeschichte herumfliegt und dabei mehr CO2 produziert als 1.000 Omas mit 1.000 Motorrädern – macht klar, dass Kritik an dem Vortrag eigentlich nur der Versuch ist, „die Kinder und Jugendlichen von „Fridays for Future“ zu diskreditieren.

Der Sprecher des Deutschen Kinderhilfswerk macht die Kritiker (also auch mich) dafür verantwortlich, dass die Kinder jetzt nen Knacks weghätten. Das Lied sei ja wegen der Kritik zurückgezogen worden.

Also die Vollpfosten vom WDR, die eigentlich auf den Gedanken hätten können, dass das Video nicht sonderlich gut ankommt und eventuell ganz schnell wieder verschwinden muss… DIE haben da keine Schuld… ich verstehe.

Der künstlerische Gesamtleiter des WDR-Kinderchors Zeljo Davutovic stellt nochmal klar, dass die Kinder nicht für den Transport einer politischen Agenda instrumentalisiert wurden. Immerhin sei mit ihnen vorher besprochen worden, dass das, und was, Satire sei… und sie und ihre Eltern seien einverstanden gewesen.

Auf die Idee, die waren nur begeistert und hätten mitgemacht, weil es einfach cool für Kinder ist, wenn ihnen Erwachsene eine Grenzüberschreitung… und dann auch noch öffentlich und „beim Rundfunk“ erlauben, kommt er nicht.

Ich, der Berufsempörte, musste mir auch anhören, die Kinder seien doch mit Freude dabeigewesen… sie hätten doch gestrahlt.

Ja, haben sie… genauso wie die Kinder und Jugendlichen beim Singen von „Freie Deutsche Jugend, bau auf“ gestrahlt haben… und die HJ-Kinder beim Schmettern von „Unsere Fahne flattert uns voran“.

Micky Beisenherz und Kumpane ziehen im Stern vom Leder

Die Kritiker sind „erregungsaffine Normalbürger“, die sich über ein „harmloses Liedchen“ aufregen. Die Kritik wird als „Fäkalsturmtief“ enttarnt… anlässlich eines „launigen Liedchens“. Der einzige Kritikpunkt an dem Lied war, dass es „für eine anständige Satire eigentlich nicht hart genug“ war.

Und dann wird endgültig aufgeklärt: Es war gar nicht die Oma gemeint… es seien WIR ALLE, die die Umweltsäue sind. Werden Straftaten von Migranten thematisiert, heißt es immer sofort, es dürfe nicht pauschalisiert werden… das sei böse. aber hier „uns alle“ als Umweltsäue zu brandmarken, das ist in Ordnung, zwar auch pauschalisiert, aber es stimmt ja… da ist Pauschalisieren plötzlich gut.

Der Tagesspiegel setzt dann noch einen oben drauf und titelt

Rechtspopulistisch korrekt – Nicht das Lied des WDR-Kinderchors ist daneben, sondern die Debatte darüber

Die Diskussion… also die Kritik an Lied und Veröffentlichung auf Kosten der Gebührenzahler… sei die FALSCHE Diskussion.

Gleich zu Anfang muss der Verfasser Benjamin Reuter nochmal klarstellen, dass es doch Satire war. Dazu sag ich jetzt nichts mehr… ob es auch durchgeht, wenn jemand beim Klauen im Supermarkt erwischt wird, dass er sich damit rausredet, das sei Satire gewesen?

Dann kommt bedeutungsloses Geblubber, bis am Ende des Kommentars zwei völlig irrsinnige Feststellungen getroffen werden:

Und schwupps hat Deutschland eine rechtspopulistisch korrekte Großdebatte, die völlig an den wirklich drängenden Zukunftsfragen vorbeigeht. Der Klimawandel ist eine deutlich größere Gefahr als die Entwicklung Deutschlands hin zu einer Diktatur á la Nordkorea.

So… nun ist es raus… die Kritik am Lied ist rechtspopulistisch… und Kritiker würden an die Wand malen, dass sich Deutschland in Nord-Korea (das ist gleich neben Süd-Korea, wo kürzlich der aus klima-besorgten und zu dieser Sorge geschulten Kindern bestehende Chor mal rasch hinGEFLOGEN ist) verwandeln würde.
Zum ersten Teil fällt mir als berufserregter Rechts-Populist nichts mehr ein… und zum zweiten Teil kann ich nur sagen, dass ich mich nicht vor einer nordkoreanisierung Deutschlands fürchte, sondern vor einer Entwicklung, die zu einer neuen Freien Deutschen Jugend führt, indem Kinder nach Art der Hitlerjugend für die politischen Agenden der Erwachsenen missbraucht werden.

Der Gipfel der Unverschämtheit ist der Kommentar in der Frankfurter Rundschau!

Lächerliche Kritik: Sie ist halt eine Umweltsau

An alle Kinder dieser Welt: Ihr müsst keinen Respekt vor älteren Menschen haben, nur weil sie älter sind als ihr. Respekt verdienen Menschen, die euch gut behandeln, die um euer Wohlergehen besorgt sind und dafür sorgen, dass es euch gut geht. Die älteren Generationen, die Politik, alle, die euch und nachfolgenden Generationen durch ihren Umgang mit der Umwelt die Zukunft versauen, den Planeten mutwillig zerstören, vor denen braucht ihr keinen Respekt zu haben.

Also kurz: Es ist nicht mehr und nicht weniger als ein Shitstorm von rechtsaußen, dem man auf gar keinen Fall nachgeben sollte.

(Hervorhebungen durch mich)

Dazu kann ich echt nichts mehr sagen… das mach mich sprachlos!

Danach übt sie sich in dem, was solche Figuren wie sie immer als „Whataboutism“ beschipfen… sie kommt mit politisch korrekter Sprache um die Ecke und bringt zum Ausdruck, dass Negerkuss (was man ja wohl NICHT zu einer Person sagt) und Zigeunerschnitzel (auch das ist die Bezeichnung einer Sache… so nennt man auch keinen Menschen) viel schlimmer wären. Sie stellt damit Bezeichnungen für Lebensmittel auf eine Stufe damit, die Omas (oder uns alle, wie auch sie betont) als Umwelt-Sau zu bezeichnen. So dumpf kann man doch eigentlich nur sein, wenn man in seinem Leben lediglich drei Jahre Baumschule absolviert hat… aber es sieht eher so aus, als sei sie enorm auntifaschistisch-genderistisch-feministisch geprägt, wenn man sich so anschaut, was sie sonst so schreibt.

So ist Deutschland. Tatsächliche Beleidigungen an PoC dürfen weiterhin gesagt werden (siehe „Neger“-Urteil). Satirische Systemkritik, von der sich Weiße angesprochen fühlen, wird sofort zurückgezogen.

WDR hat völlig versagt und den Rechten in die Karten gespielt

Dass der WDR eingeknickt ist und das Video gelöscht hat, zeigt das totale Versagen des Senders beim Thema Öffentlichkeitsarbeit, da man dort wohl nicht einschätzen konnte, wie ein entrüsteter rechter Mob, der in den sozialen Medien tobt, einzuordnen ist. Und dass man durch das Löschen des Videoclips die Rechten nur bestätigt, hätte beim WDR klar sein müssen.

(Hervorhebungen durch mich)

Und Kritik kam nur von einem rechten Mob. So isses… und meine Frau, viele Freunde, Bekannte und ICH sind auch der rechte Mob… sagt das völlig verquere Mädchen damit.

Danke! Du mich auch. Genau da, wo die Sonne nie scheint.

Sie schließt mit der Empfehlung, das Video unbedingt wieder offiziell online zu stellen…

So, wer jetzt noch nicht kapiert hat, wie ein Großteil der Presse in Deutschland tickt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Spieß umgedreht… Populisten- oder Nazi-Label angeheftet… nun ist wieder klar, wer die Guten und wer die Bösen sind… wer die Schlauen und wer die Blöden…

Respekt, Anstand, Würde, gute Erziehung? Nein, darum ging es nicht! Sind eh alles nur „Nazi-Werte“, meint man im „Werte-Westen“.

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