Mai 27, 2022

Realitätsumkehr in GEZahlten Medien

Zum Jahresausklang schnell noch einmal dem Lieblingsboxsack Ungarn einen Tritt versetzen… so könnte man den Artikel

Ungarn im Jahr 2019 – Ein zerrissenes Land

bei ARD-Wien überschreiben.

Um das zu belegen, kramen sie nochmal das (zumindest 2018) unreife Gör raus, das sich 2018 auf einer Demo gegen die Novelle des Arbeitsgesetzes kräftig und ÖFFENTLICH im Ton vergriffen hat… der Endpunkt ihrer „Rede“ war ein nicht so freundliches „Tretet ab und fickt euch ins Gesicht“, das an die Regierungspolitiker in Ungarn gerichtet war.

Dass ihr daraufhin ein strenger Wind frontal ins Gesicht wehte, wird niemanden wundern.

Zu der als „Sklavengesetz“ bezeichneten Gesetzesnovelle schreibe ich hier nix mehr. Wer mag, kann hier nachlesen: Spiegel online: Versecks Märchenstunde

Nun mag man als gebührenverblödeter Leser denken, in einem „Unrechtsregime“ wie Ungarn, sei die Zukunft des Mädels damit besiegelt gewesen. Die kann in dem Land doch keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen.

Tja, die Realität sieht anders aus. Sie hat ihr Abi gemacht und ist jetzt Studentin im Fach Politik und Recht an der Universität Szeged. Na schau mal einer an… sie ist nicht geächtet, ausgestoßen, wird nicht aus jedem Dorf gejagt und sitzt auch nicht als politische Gefangene ohne Essen und Trinken in einem ungarischen Gefängnis.
Nein, sie studiert. Sie darf teilhaben am ungarischen Bildungssystem, das von denen unterhalten wird, die sich „ins Gesicht ficken“ sollten.

Hat man in Deutschland eine abweichende Meinung, so setzt man seine berufliche und private Existenz inzwischen aufs Spiel… dazu muss man nicht einmal das F-Wort benutzen… da reicht es unter Umständen, mit der „falschen“ Person mal zu Abend gegessen zu haben. Will es der „Vertragspartner“ des in Ungnade gefallenen Unbürgers nicht einsehen, dann hilft die Antifa „mit sanftem Druck“ nach, dass er letztlich doch geächtet wird.

Zurück zum Artikel!

Nach dem kurzen Ausflug in die unglückliche Zeit des jungen Mädels nach ihrer Entgleisung wird dann beklagt, dass man als Pressevertreter der ARD in besagter Uni nicht mit offenen Armen empfangen wird. Der böse Hausmeister habe dem Korrespondenten doch tatsächlich die Tür vor der Nase zugeschlagen. Und die Uni-Leitung wollte sich auch nicht mit ihm unterhalten. Na so ein Skandal aber auch…

Auf die Idee, dass das eventuell daran liegen mag, dass die Ungarn gar nicht so blöd und uninformiert sind, wie mancher es annimmt, kommt der Verfasser aber nicht. Nun, dann will ich mal die Frage stellen, ob es denn verwunderlich, wenn Vertreter des deutschen Haltungsstaatsfunks nicht mit offenen Armen empfangen werden, wo doch sehr wahrscheinlich ist, dass die gewonnenen Erkenntnisse wieder einmal für einen Ungarn-Bashing-Artikel verwendet würden. Die Ungarn verfolgen nämlich sehr wohl, wie die Presse in Deutschland über sie herzieht. Und wer in verantwortlicher Position ist, der vermeidet dann, sich mit Pressevertretern aus Deutschland zu unterhalten.

Nach dieser Einleitung wird dann der Bogen zur Migrationspolitik geschlagen. Und es wird als „gefährlich“ und schlecht dargestellt, dass die überwiegende Mehrheit der Ungarn schlicht keinen Bock auf die Politik der Buntheit, Vielfalt, des täglichen Aushandelns des Zusammenlebens von Indigenen und anderen haben.

Und das soll nun ein Beleg für eine Zerrissenheit von Ungarn sein? Klar gibt es auch hier Spinner, die den links-grünen Ideen anhängen, aber das ist eine echte Minderheit, die von den Deutschen Medien gerne zu „Massen“ aufgeblasen wird. In sehr vielen Punkten ist Ungarn so einig, wie es sich die Politiker in Deutschland wünschen würden… nur leider deckt die Geschlossenheit nicht mit den sozialistischen Idealen, die in der deutschen Politik immer mehr um sich greifen.

Wenn der Autor ein wirklich zerrissenes Land sehen möchte, braucht er nur einen Blick auf Deutschland zu werfen. Hier steht keine Minderheit einer Mehrheit gegenüber… das Land ist tief gespalten. Und es wird alles dafür getan, die Gräben jeden Tag tiefer zu machen. Wie dämlich ist es, auf Ungarn zu zeigen, wo das eigene Land ein Musterbeispiel für Zerrissenheit ist.

Auch wenn es in den deutschen Medien gerne anders dargestellt wird, ist die überwiegende Mehrheit der Ungarn recht zufrieden mit den Verhältnissen im eigenen Lande. Gejammert und geklagt wird hier ebenso viel, wie anderswo auf der Welt… aber auch nicht mehr, obwohl es durchaus Gründe dafür gäbe. Es geht hier nämlich – insbesondere wirtschaftlich – nicht allen so gut, wie in Deutschland. Aber auf der anderen Seite geht es allen hier im Verhältnis wesentlich besser. Es herrscht nämlich eine angenehme Sorglosigkeit, weil es keinen Anlass zur Sorge gibt. Die Ungarn bekommen mit, wenn bald täglich in deutschen Medien von Messerattacken, Auf-die-Gleise-Schubsereien, sexuellen Übergriffen berichtet wird. Solche Meldungen hier aus dem Inland sind wesentlich seltener… nicht weil sie unterdrückt werden, sondern weil sowas wesentlich seltener stattfindet. Hier gibt es keine Betonpoller um jeden Weihnachtsmarkt. Ist nicht nötig, weil Ungarn sich die terroristische Gewalt nicht mit Blumenkränzen und Umarmungen importiert hat. Klar gibt es auch hier Straftaten und auch Gewalttaten, aber in wesentlich geringerem Umfang… und es sind dann meist Einheimische Täter. Und wer hier erwischt wird, der muss auch die Konsequenzen tragen. Deutlich spürbare Konsequenzen… keine Sozialstunden oder Bewährungsstrafen. Das Leben hier ist wesentlich sicherer und angenehmer.

Wenn ich ab und an (immer seltener, damit ich nicht komplett verzweifle) die Berliner Abendschau ansehe, fühle ich mich immer an meine aktive Dienstzeit dort erinnert… genauer an die Einsätze (ich sags jetzt extra flapsig) in der örtlichen Klapsmühle, wenn es dort wieder mal gebrannt hat oder etwas anderes bedeutendes stattgefunden hat. Ich habe den Eindruck, ganz Berlin ist inzwischen eine Irrenanstalt geworden. Sieht man Bilden von friedlich verlaufenden Versammlungen, dann sieht man immer öfter die Leute da peinlich herumhampeln… so wie ich es früher nur in der Klapper gesehen habe… nur… die sind jetzt nicht mehr in der Anstalt, sondern draußen… es sind viele… sie sind um einen herum. Den Bogen von den gewalttätigen „Aktivisten“ zu den Insassen der Forensik spare ich mir lieber… 😉

Berlin, also genauer Spandau, ist der Ort meiner Geburt. Aber es ist nicht mehr meine Heimat. Mich verbindet inzwischen nichts mehr mit diesem Ort… und ich bin nur noch selten traurig, wenn ich mich an meine glücklichen Jahre dort erinnere und sehe, was aus dieser Stadt geworden ist. Meine Heimat habe ich hier gefunden. Hier kann ich recht sorgenfrei leben, kann nachts ohne Angst vor die Tür treten und muss nicht ständig das Zusammenleben mit den anderen neu aushandeln. Ich bin gut integriert, weil ich es will und mich von mir aus integriere.

Also, Herr ARD-Korrespondent… immer schön vor der eigenen Haustür kehren… so lange, bis all der Dreck weg ist… dann (es wird der Sankt-Nimmerleins-Tag sein), wenn kein großer Dreckhaufen mehr da liegt, dann kann man den Blick auf die Nachbarn richten.

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