Ganz dünne Wassersuppe

Gestern hab ich mir mal die “Schmähschrift” des EU-Parlaments gegen Ungarn durchgelesen… ganz ehrlich, ich war schon nervös, weil ich ja nun erfahren würde, in welch Schurkenstaat™ ich mein Dasein friste.

Puuuh, nun bin ich erleichtert! Das, was da zusammengetragen wurde, ist die dünnste Wassersuppe, die mir jemals untergekommen ist. Greift man sich einzelne Kritikpunkte heraus, die das Verfahren begründen sollen, und wirft dann einen Blick auf andere EU-Mitgliedsstaaten (auch Deutschland!), dann stellt man fest, dass man diese Vorwürfe zum Teil auch gegen die anderen Staaten richten könnte.

Insgesamt ist der Tenor der, dass Ungarn nicht gezwungen werden soll, sich einer allgemeinen europäischen Werteordnung unterzuordnen, sondern einem zusammengequirlten Haufen fanatischer linksgrünversiffter Weltvorstellungen.

Gerne wird ja von den Kuh-Medien dann auch schön manipulativ berichtet, was in Ungarn alles so übel sei… es wird über das “NGO-Gesetz” gemotzt… NGO könnten nun nicht mehr arbeiten… weil… ja, weil das Gesetz vorsieht, dass NGO, die aus dem Ausland(!) mit jährlich mehr als 24.000€ finanziert werden, sich bei einer speziellen Behörde registrieren lassen müssen (was zu keinen Einschränkungen ihrer Tätigkeiten führt) und bei öffentlichen (offiziellen) Dokumenten einen Hinweis auf die Finanzierung aus dem Ausland angeben müssen. WO ist da das Problem, wo werden sie in ihrer Arbeit eingeschränkt? Das mag ihnen vielleicht nicht passen… aber sie werden damit nicht “verboten”, wie es in unserer Presse so gerne dargestellt wird… und das Argument, dass das ja bürokratischen Aufwand bedeuten würde… sooo viel Aufwand ist das nicht.

Oder das Hochschulgesetz, das jetzt die CEU des feinen Herrn Soros “verbieten” würde…

Mal so als Beispiel… stellt Euch vor, Ihr wärt der Präsident von Lampukistan… und bei Euch im Lande würde ein Milliardär aus Umpulumpistan (der da auch lebt und wirkt) eine Universität aus dem Boden stampfen, mit Dozenten aus Umpulumpistan (und anderen Ländern) bestücken… er betriebe aber keine eigene Uni in Umpulumpistan… Ist schon ne komische Sache… der macht im Ausland ne Uni auf… mit Lehrpersonal seiner Gnaden… hat aber sonst nix mit Universitätsbetrieb am Hut.
Na und nun sagt Ihr als lampukischer Präsident: “Kannste machen… aber nur wenn Du auch bei Dir zu Hause ne Uni betreibst…”
Mag vielleicht nach Alukappe klingen, ich kann das aber nachvollziehen, wenn man sich anschaut, was der in Umpulumpistan lebende reiche Typ sonst noch so treibt, um Einfluss auf die Politik und Gesellschaft in Deinem Land auszuüben.

Also… Herr Soros darf seine Uni ja gerne weiterbetreiben… aber er muss halt jetzt (das gilt derzeit nur für seine Uni, weil es die einzige ist, die nur im Ausland existiert… ist aber künftig für alle aus dem Ausland betriebenen Unis auch Pflicht) auch daheim ne Uni aus dem Boden stampfen. Finanziell sollte das für ihn wohl kein Problem darstellen… er kann sich ja wieder auf eine Finanzkrise irgendwo in der Welt stürzen und daraus Kapital ziehen.

Na jedenfalls besteht das “Anklagewerk” aus zahlreichen Kritiken daran, dass Ungarn seine Identität behalten will und sich in bestimmten Bereichen nicht fremdbestimmen lassen möchte. Mag sein, dass in Deutschland der Genderwahn inzwischen eine große Bedeutung hat und alles so zurechtgebogen werden muss, dass bald jeder, der sich morgens für ein „Tagesgeschlecht“ entscheidet, auch glücklich ist und sich nicht “diskriminiert” fühlt… aber wenn die Ungarn das nicht WOLLEN, dann hat das wenig mit europäischen Werten zu tun und sollte ihnen überlassen bleiben (ist jetzt nur EIN Beispiel aus dem Pamphlet).

Insgesamt ist da kaum Fleesch anne Knochen… also doch kein Schurkenstaat™. Ich bin beruhigt… zumal das Ding eh nach hinten losgehen wird, weil auch in anderen Mitgliedsstaaten die Alarmglocken angesichts der Zwangswirkungen aus der EU schrillen… und die dann wahrscheinlich letztlich nicht für Sanktionen stimmen.

Und mal schauen, wie die Überprüfung der Abstimmung ausgeht… denn mit ihren zwei Dritteln waren sie ja recht großzügig und haben die abgegebenen Enthaltungsstimmen einfach mal rausgerechnet… muss man sich mal reinziehen… wenn also z. B. nur ZWEI Parlamentarier für Art. 7 gestimmt hätten, EINER dagegen und der Rest von SECHSHUNDERTZWEIUNDSIEBZIG Abgeordneten sich enthalten hätten, dann wären nach deren Rechnung die ZWEI Stimmen eine Zweidrittelmehrheit… (ist jetzt Blödsinn, aber das soll nur das Prinzip verdeutlichen).

Ich bin gespannt und lasse mich überraschen…

Einen hab ich noch: Wer mag, schaut sich mal in der “Anklageschrift” das Verzeichnis der “Einrichtungen und Personen, von denen die Berichterstatterin Beiträge erhalten hat”… und recherchiert, wer bei VIELEN Organisationen denn hinter deren Finanzierung steckt. Die Lösung (den Namen) findet man auch hier in diesem Artikel. 😉

2 Kommentare

  1. Nein, das wäre keine Zweidrittelmehrheit, weil als Kriterium noch gilt, dass jedenfalls mehr als die Hälfte der Mitglieder dafür stimmen MÜSSEN.

    Auch ansonsten steht jetzt in dieser Blogpost ziemlich viel Quark…

    1. Richtig, das weiß ich… deshalb ja der Klammervermerk, dass meine Rechnung in der Form “Blödsinn” ist.
      Fakt ist… es handelt sich nicht um eine absolute Zweitrittelmehrheit, sondern um eine einfache, bei der Abstimmung.

      Ich werde den Klammervermerk mal an einer Stelle umformulieren… von “logische Konsequenz” (was man falsch verstehen kann) nach “Prinzip”.

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